Volker Schweer Fachanwalt für Familienrecht & Verkehrsrecht

Kindes- und Ehegattenunterhalt

Insbesondere während der Trennungsphase haben der Ehegatte wie auch die ehelichen Kinder, die bei dem bedürftigen Ehepartner aufwachsen, Anspruch auf die Gewährung einer Unterhaltsrente gegenüber dem anderen Ehegatten, solange und soweit dieser finanziell in der Lage ist, den Unterhalt für seinen Ehepartner und seine Kinder sicherzustellen.

Die Höhe des Unterhaltes richtet sich insoweit also zum einen nach den finanziellen Verhältnissen des Unterhaltspflichtigen. Auch das Alter der unterhaltspflichtigen Kinder spielt hier eine wichtige Rolle, ebenso etwaige eigene Einkünfte des unterhaltsbedürftigen Ehegatten hinsichtlich seines eigenen Ehegattenunterhaltsanspruches.

Als Maßstab für die Berechnung des Kindesunterhaltes und des Ehegattenunterhaltes wird die sogenannte Düsseldorfer Tabelle herangezogen, nach der sich die Unterhaltsansprüche, insbesondere der Kinder, nach dem Nettoeinkommen des Barunterhaltspflichtigen und des Alters der Kinder richten.

Zu berücksichtigen ist dabei, dass dem Unterhaltspflichtigen ein notwendiger Eigenbedarf zugestanden wird; bei einem erwerbstätigen Unterhaltspflichtigen beträgt dieser Zur Zeit (Stand: 01.01.2010) monatlich 900,– €, bei nichtserwerbstätigen Unterhaltspflichtigen 770,– €. Gegenüber dem getrenntlebenden Ehegatten beträgt der Selbstbehalt 1000 €.

Unter besonderen Umständen ist es jedoch auch denkbar, dass der notwendige Selbstbehalt erhöht wird; er kann auch geringer ausfallen, wenn Unterhalt gegenüber minderjährigen Kindern geschuldet wird.

Ehegattenunterhalt nach der Scheidung
Hinsichtlich des nachehelichen Ehegattenunterhaltes sind verschiedene Konstellationen denkbar. Grundsätzlich ist es so, dass die Ehepartner nach einer Scheidung verpflichtet sind, ihren Unterhalt selbst zu bestreiten. Allerdings kann ein geschiedener Ehegatte von dem anderen Unterhalt verlangen, solange und soweit von ihm wegen der Pflege oder Erziehung eines gemeinschaftlichen Kindes eine Erwerbstätigkeit nicht erwartet werden kann oder er wegen seines Alters eine Erwerbstätigkeit nicht mehr ausüben kann oder er aufgrund von Krankheit oder sonstiger Gebrechen nicht in der Lage ist, seinen Unterhalt selbst zu bestreiten.

Unabhängig davon hat der Ehegatte ferner einen Anspruch auf Unterhalt, solange und soweit er nach der Scheidung keine angemessene Erwerbstätigkeit zu finden vermag. Der geschiedene Ehegatte braucht in diesem Sinne nur eine angemessene Erwerbstätigkeit auszuüben. Angemessen ist eine Erwerbstätigkeit, die der Ausbildung, den Fähigkeiten, dem Lebensalter und dem Gesundheitszustand des geschiedenen Ehegatten sowie den ehelichen Lebensverhältnissen entspricht.
Der geschiedene Ehegatte hat sich hier nachweisbar um eine entsprechende Erwerbstätigkeit zu bemühen, ggf. ist er auch verpflichtet, sich ausbilden zu lassen, fortzubilden oder an einer Umschulungsmaßnahme teilzunehmen, wenn ein erfolgreicher Abschluss der Ausbildung zu erwarten ist.
Bei der Berechnung des Unterhaltes ist es aufgrund der Vielzahl möglicher Fallkonstellationen unbedingt ratsam, professionellen Rat einzuholen.